Allgemeine Fragen zu RDKS

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen direkten und indirekten Reifendruckkontroll-Systemen.

Direkte Systeme messen und archivieren Luftdruckdaten äußerst präzise mittels Sensoren, welche an den Ventilen im Reifen eingebaut sind. Die Daten werden nahezu in Echtzeit per Funk an die Bordelektronik des Fahrzeuges und damit auch dem Fahrer im Display übermittelt.

Indirekte Systeme nutzen das sogenannte ABS-System. Dieses ermittelt den Luftdruckverlust mit Hilfe des Abrollumfangs des Rades. Diese ABS-Systeme haben allerdings gesetzlich sehr enge Toleranzen und eignen sich im Gegensatz zu den direkten Systemen nicht für alle Fahrzeuge.

RDK-Systeme müssen in folgenden Bereichen/ Situationen berücksichtigt werden:

  • Diagnose beim Aufleuchten der Warnlampe im Display
  • Wartung, Reparatur oder Austausch der Sensoren
  • Reifenwechsel
  • Reifenmontage
  • Zusammenstellung von Kompletträdern
  • Reifenreparaturen
  • Servicecheck (z.B. Hauptuntersuchung für TÜV)

Fachgerechte Spezialwerkzeuge vereinfachen die Montage und Demontage von Sensoren. Sie stellen darüber hinaus sicher, dass Mutter und Ventil für die Sensorenhalterung mit dem richtigen Drehmoment befestigt werden.

Für die Befestigung wählt man zwischen einem Aluminium- und einem Snap-In-Ventil (Gummiventil) aus. Für beide Ventilarten gibt es gesonderte Ausführungen an Sensoren (zur Gewährleistung der Kompatibilität von Ventil und Sensor).

Ein Snap-In-Ventil ist zumeist günstiger und lässt sich einfacher verbauen als ein Aluminium-Ventil. Es bleibt allerdings zu bedenken, dass ein Snap-In-Ventil wegen der Fliehkräfte ab einer Maximal-Geschwindigkeit von 210 km/h nicht verwendbar ist. Für Geschwindigkeiten > 210 km/h muss ein Aluminium-Ventil verwendet werden.

Bitte beachten Sie: Bei jedem Reifenwechsel sollte man das Ventil warten. Dabei werden Ventileinsatz, Ventilkappe, Mutter, Scheibe und Dichtung erneuert. Für diese Wartung gibt es spezielle Service-Kits mit den notwendigen Ersatzteilen.

  • Bei jedem Reifenwechsel: Warten Sie die Sensoren in den Rädern des Fahrzeuges mit direktem RDKS.
  • Zur Vermeidung von Korrosion des Ventils und des Sensors: Erneuern Sie die Verschleißteile Ventileinsatz, Mutter, Dichtung und Kappe durch spezielle Service-Kits.
  • Ermitteln Sie die Batterieladung mit Hilfe von Diagnose-/Programmierwerkzeugen.
  • Ersetzen Sie schwache oder leere Batterien: Die Batterielaufzeit eines Sensors ist endlich (schwankt zwischen 4-10 Jahre).
  • Analysieren und beheben Sie das Problem, welches durch das Aufleuchten der Warnleuchte auf dem Display angezeigt wird.
  • Ein nicht funktionsfähiges RDKS wird bei der Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO als geringer Mangel gewertet und ist vom Fahrzeughalter unverzüglich zu beheben. Die Werkstatt muss jederzeit in der Lage sein, diesen Mangel zu beseitigen.

Werkstätten sehen sich, im Hinblick auf die RDKS-Pflicht, vor ganz neuen Herausforderungen. Insbesondere kommen immer wieder neue Fragen bei der Technologie des direkten RDKS auf. Erfahrungen zeigen, dass die Marktentwicklung und die Verbreitung des RDKS schnell voranschreiten. Daher ist für den Reifenservice mit RDKS eine frühzeitige Vorbereitung der Werkstatt sinnvoll und notwendig.

Doch was muss die Werkstatt beachten, um sich bestmöglich auf die tägliche und künftige Arbeit mit dem direkten RDKS vorzubereiten?

  1. Das A und O: Eine gute Vorbereitung auf das Kundengespräch. Das bedeutet, die Ermittlung der Fahrzeugdaten, die Beantwortung der Frage, ob ein direktes oder indirektes RDKS vorliegt und das Einholen von Informationen über RDKS, sowie die transparente Erklärung und Begründung der entstehenden Mehrkosten im Vergleich zum herkömmlichen Reifenservice.
     
  2. Mindestens genauso wichtig: Die gute Vorbereitung des Mitarbeiter auf die neue Technologie.
     
  3. Weil Geld auch eine Rolle spielt: Die Investition in geeignete Sensoren und die richtigen Diagnose-/Programmier-Werkzeuge.
     
  4. Der Konkurrenz einen Schritt voraus: Die Werkstatt sollte frühzeitig ihre Wettbewerbsvorteile nutzen, indem sie den RDKS-Service an die Kunden kommuniziert.
     
  5. Nicht nur nach außen glänzen: Wichtig ist auch die Optimierung und Anpassung der internen Abläufe beim Reifenservice.
     
  6. Damit am Ende keiner enttäuscht ist: Anpassung der Durchlaufzeiten und der Preise für den Reifenservice bei Fahrzeugen mit direktem RDKS.
     
  7. Alles auf Papier oder ins System bringen: Die Dokumentation des Zustandes des RDKS sowohl vor, als auch nach den Arbeiten.
  1. Check der Warnleuchte und der Anzeige im Display des Fahrzeugs - bei Leuchten der Lampe ist eine Diagnose notwendig, ob ein Systemfehler oder ein Luftdruckverlust vorliegt (vgl. Fahrzeugbuch).
     
  2. Kontrollieren des Ventils Ist die Dichtung beschädigt? Liegt Korrosion vor?
     
  3. Scannen der Sensoren durch ein Diagnose-/Programmier-Werkzeug.
     
  4. Dokumentation der Ergebnisse der Scannung (Eingangszustand des RDKS des Fahrzeugs).
     
  5. Ausführung des Kundenauftrags z.B. Radwechsel, Erneuerung der Reifen oder Sensoren, Wartung des Ventils. Falls nötig: Anlernen der (neuen) Sensoren an das Fahrzeug und Überprüfung des RDKS.
     
  6. Dokumentation des Ausgangszustands des RDKS des Fahrzeugs (Zustand des RDKS darf nicht schlechter sein als der Eingangszustand) und Information des Kunden.

Bitte beachten: Da ein funktionsfähiges RDKS Bestandteil der Betriebsgenehmigung ist, muss durch die Werkstatt die Funktionalität nach jedem Eingriff sichergestellt sein. Eine entsprechende Dokumentation des Zustandes des RDKS vor und nach dem Durchführen der Wartung, Diagnose und des Kundenauftrags stellt demnach eine Absicherung im Rahmen der Haftung und Gewährleistung dar.

Es gibt  über 150 verschiedene Sensoren-Modelle auf dem Markt.

Anforderungen:

  • Die Sensoren müssen für das Fahrzeug vorprogrammiert sein.
  • Fahrzeug und Sensor müssen kompatibel sein, d.h. nicht jeder Sensor kann in jedes Fahrzeug eingebaut werden.
  • Im Ersatzfall eines Sensors oder für Winterreifen/ Ersatzreifen besteht die Möglichkeit, entweder Originalsensoren oder unprogrammierte Universal-Sensoren zu verwenden.

Universal-Sensoren sind nicht vorprogrammiert und können daher in die meisten Fahrzeuge problemlos integriert werden. Der Vorteil: Die Werkstatt muss nich die Vielzahl an Originalsensoren bevorraten, um alle Kunden bedarfsgerecht zu bedienen. Ein guter Grundbestand an Universal-Sensoren ist völlig ausreichend.

Für die Universal-Sensoren wird zusätzlich ein spezielles Programmierwerkzeug benötigt, um die Sensoren fahrzeugspezifisch programmieren zu können. Über dieses Programmierwerkzeug werden zunächst die technischen Daten des Fahrzeugs abgefragt, um anschließend die Position des Reifens, in welchem sich der zu programmierende Sensor befindet, zu bestimmen. Im Anschluss wird der Originalsensor vom Programmiergerät erkannt und die gesammelten Daten werden zur Programmierung des neuen Sensors genutzt. Der Originalsensor wird damit sozusagen imitiert. Sollte kein alter Originalsensor zur Verfügung stehen, kann über das Programmierwerkzeug auch eine neue Sensor-ID erstellt werden.

Originalsensoren sind schon mit den fahrzeugspezifischen Details vorprogrammiert. Originalsensoren können also nur in einigen dafür bestimmten Fahrzeugen verwendet werden. Aufgrund der hohen Zahl an verschiedenen Sensoren, würde sich allerdings der Lagerbestand und das gebundene Kapital der Werkstatt erhöhen, da von den wichtigsten Originalsensoren immer mindestens 4 Stück auf Lager sein sollten, um die Kunden zufriedenstellend bedienen zu können.

Fragen zu sens.it® RDKS

In unserem Downloadbereich bzw. in der sens.it-Anwendungssoftware finden Sie die jeweils aktuelle Abdeckungsliste. Diese wird regelmäßig für Sie aktualisiert, sobald neue Fahrzeuge verfügbar sind.

Sollte dieses Problem auftreten, versuchen Sie bitte das Fahrzeug alternativ über die Auswahloption „Hersteller & Modell“ zu bestimmen.

Sollte kein Diagnosegerät vorhanden sein, so besteht die Möglichkeit, die ID direkt von den (meisten) Sensorgehäusen abzulesen. Die von ALLIGATOR unterstützte Internetseite www.reifendrucksensor.info liefert wichtige Hinweise, wo die Position der ID auf dem jeweiligen Sensor zu finden ist.

ALLIGATOR bietet derzeit keine eigenen Diagnosegeräte an, arbeitet aber intensiv mit einschlägigen Geräteanbietern zusammen.

Das ALLIGATOR sens.it® Programmiergerät wurde entwickelt, um sens.it® Sensoren zu beschreiben. Ein Auslesen von Sensordaten jeglicher Art ist mit diesem Gerät somit nicht möglich.

sens.it® ist ein geschlossenes Produktsystem. Deshalb ist es nicht möglich, die Sensoren anderer Hersteller zu programmieren.

Mithilfe der Seriennummer (ID) des aktuell im Fahrzeug verbauten, zu ersetzenden OE-Sensors, kann ein Duplikat dieses Bauteils hergestellt werden. Bei dieser Vorgehensweise erübrigt sich ein Anlernen des Sensors an das Fahrzeug - ein klarer Vorteil hinsichtlich Zeitersparnis im Kundenservice.
Für die Ermittlung der ID-Nummer gibt es zwei Möglichkeiten:

1. elektronisches Auslesen der ID des Sensors mit einem Diagnosegerät, oder

2. unmittelbares Ablesen der ID vom Sensorgehäuse nach Abziehen des Reifens.

Für die Programmierung wird diese ID-Nummer in das Datenfeld „OE Sensor ID“ eingegeben. Detaillierte Hinweise zum Ablauf des gesamten Programmiervorgangs finden Sie in den Installationsanleitungen in unseren Downloads unter Informationsmaterial.

Wichtig: Notieren Sie sich, welcher Sensor in welchem Rad verbaut war!

Wird eine neue Sensor ID erstellt, so müssen die Sensoren an das Fahrzeug angelernt werden.

Die Anlernvorgänge bei Fahrzeugen sind sehr unterschiedlich. Grundsätzlich werden drei Varianten unterschieden: Automatisches Anlernen, über die OBDII Schnittstelle im Fahrzeug oder manuell über den Bordcomputer. Welches Verfahren angewendet werden muss, erfahren Sie aus dem Fahrzeughandbuch bzw. nach Kontaktierung des Herstellers.

Soll ein Reifensatz vor Eintreffen des Fahrzeugs vorbereitet werden, können Sie den sens.it® Sensor vorab programmieren. Wählen Sie dazu das passende Fahrzeug aus und generieren Sie eine Seriennummer (ID) für die jeweiligen Sensoren (Schaltfläche AutoGenerateID). In diesem Fall muß nach der Montage des Radsatzes ein Anlernvorgang durchgeführt werden.

Ein versehentlich auf ein „falsches“ Fahrzeug programmierter Sensor kann mehrmals umprogrammiert werden.

Jede Kombination von sens.it® Sensoren mit Originalsensoren am Fahrzeug ist möglich.

Die typische Lebensdauer einer Sensorbatterie beträgt 5 bis 7 Jahre.

Sollte die Diagnose des Sensors auf eine leere Batterie hinweisen, so muss immer das komplette Bauteil ersetzt werden.

In technischer Hinsicht sind alle Ventile gleich aufgebaut, der farbliche Unterschied dient lediglich der individuellen bzw. optischen Anpassung des Ventils an das Rad oder an das Fahrzeug.

Nach aktueller Regelung in der EU darf der Frequenzbereich 315 MHz in Europa nicht für Reifendruckkontrolle verwendet werden.

Sobald der Druck in einem Reifen unter den im Fahrzeug eingestellten Schwellwert absinkt, warnt das System den Fahrer. Die Einstellungen sind in der Regel am Fahrzeug sichtbar angebracht, oftmals in der Innenseite der Tankklappe oder im Einstiegsbereich der Fahrertüre.

Fahrzeuge mit indirekter Reifendruckkontrolle nutzen die ABS/ESP Systeme und ermitteln basierend auf algorithmischen Daten den Reifendruck. Hierfür werden keine direkt messenden RDK Sensoren benötigt.

Nicht die passende Antwort gefunden? Kontaktieren Sie uns gerne und wir beantworten Ihnen persönlich Ihre Fragen.

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